„Offene Wunde“ der Bremer Ärzteschaft

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Laye-Alama Condé starb 2005 nach einem Brechmitteleinsatz

Obwohl einige sagen „das ist doch schon so lange her“ oder „es gibt doch andere Themen“, diskutiert unsere Gruppe im Vorfeld des Nürnberger Kongresses „Medizin und Gewissen“ www.medizinundgewissen.de  über die Verstrickung von Ärzten und ärztlichen Institutionen in das System der „Brechmittelfolter“.

Dies vor dem Hintergrund eines von der Ärztekammer abgebrochenen Briefwechsels, in dem wir u.a. eine sachgerechte Aufarbeitung der Vorgänge einforden, bei denen über 13 Jahre hinweg in über 1000 Fällen  das Zwangserbrechen ausschließlich bei Schwarzen praktiziert wurde.  2006 hat der Straßburger Menschenrechtsgerichtshof das Zwangserbrechen mit Ipecacuanha als „folterähnliche Maßnahme“ charakterisiert, die unter das Folterverbot fällt. Bürgermeister, Polizei und Innensenator haben bereits vor Jahren ihr Bedauern über die Vorfälle geäußert, sich bei der Familie des Getöteten entschuldigt und eine Broschüre mit selbstkritischem Inhalt veröffentlicht. pdf ansehen

In dieser Schrift, aber auch auf Veranstaltungen  und Verlautbarungen einer örtlichen Bürgerinitiative, die sich für ein Mahnmal im öffentlichen Raum einsetzt  https://initiativelayeconde.noblogs.org/ müssen wir uns Schmähungen und Schuldzuweisungen an die Ärzteschaft anhören. Es wäre schön, wenn von der Ärztekammer endlich ebenfalls Signale eines offenen Umgangs mit dem Thema kämen.  weiter lesen

Auf der Webseite der Piratenpartei Hamburg findet sich ein Video, das die Praxis der Brechmittelvergabe szenisch darstellt piraten-hh.de/2014/in-erinnerung-an-achidi-john