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der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg: 28 Jahre Kampf gegen die radioaktive Verseuchung durch die „Wismut AG“ in Thüringen

Frank Lange, Jahrgang 1958, Instandhaltungsmechaniker und Dipl.-Ing. für Wasserwirtschaft, Betriebsleiter Kläranlage(n) Saalfeld Mitglied im Kirchlichen Umweltkreis Ronneburg seit 1988, zahlreiche Veröffentlichungen zum Themenkreis Uranabbau und seine Folgen für Mensch und Umwelt
Hans-Dieter Barth, Jahrgang 1957, Diplom-Chemiker und Fachchemiker der Medizin im Fach klinische Chemie, tätig im Blutspendedienst in Gera als Leiter des Patientenlabors, Mitglied im Kirchlichen Umweltkreis seit 1990 und Sprecher seit 2000
Was hat die Gier nach atomarer Vernichtungsmacht angerichtet?  an menschlichem Leid und Tod? an Umweltverseuchung? an Vergeudung von Wirtschaftskraft?

Unter anderem auf diese Fragen erhoffen wir uns Antworten von Hans-Dieter Barth und Frank Lange auf unserer Veranstaltung am 21.4. in der Villa Ichon (Ankündigung siehe Terminleiste).

Die beiden haben sich als Aktivisten des kirchlichen Arbeitskreises nicht gescheut sich mit der Stasi anzulegen und waren auch später bis heute kritische Begleiter des mühsamen Sanierungsprozesses der Wismut-Hinterlassenschaften. Sie charakterisieren ihren Arbeitskreis selbst wie folgt:

„Der Kirchliche Umweltkreis beschäftigt sich seit 1988 mit der Uranbergbau-Thematik im Ronneburger Gebiet. Einer der größten Uranförderer der Welt die „Wismut“ war dort seit 1950 aktiv und förderte allein im Ronneburger Revier ca 113000 t Uran, insgesamt wurden während ihres Bestehens ca 220000 t Uran zu Tage gebracht. Diese Größenordnung der rücksichtslosen bergbaulichen Aktivitäten geht einher mit einer Umweltzerstörung von ungeahntem Ausmaß. Diese Aktivitäten standen im Zeichen des nuklearen Wettlaufs der Systeme im Kalten Krieg. Ausmaß und Kosten dieses Projekts waren allein machtpolitisch zu begründen, von einer wirtschaftlichen Uran-Förderung konnte keine Rede sein. Die Folgen für Gesundheit und Umwelt mussten in beiden Systemen nicht nur die Bergleute, sondern (ungefragt) auch die Anwohner des Gebietes auf sich nehmen. Mit der politischen Wende 1989 ging auch die Ära des Uranabbaus durch die Wismut zu Ende. Die schon vorher durch den Umweltkreis geäußerte Kritik bekam nun einen offiziellen Charakter und führte, auch getragen von der öffentlichen Meinung, letztendlich zur Sanierung des Uranbergbaus der Wismut. Die kritische Begleitung dieses Projektes macht seit dem einen großen Teil unserer Arbeit aus. Nach wie vor müssen die Bewohner der dicht besiedelten Region sich mit den Folgen des Uranbergbaus auseinander setzen. Nicht alle Aufgaben einer Sanierung sind unserer Meinung nach erfüllt – selbst wenn man wie wir einen pragmatischen Ansatz wählt. Unsere Aktivitäten sind nach wie vor ausschließlich auf privates Engagement, frei von wirtschaftlichen Interessen und beeinflussbaren Strukturen, zurückzuführen.“

 

Rudolph Bauer: Wissenschaftler – Künstler – Friedensaktivist

Als Bremer Gruppe der IPPNW sind wir stolz, den vielseitigen Künstler und Politikwissenschaftler als assoziiertes Mitglied in unseren Reihen zu wissen. Der 1939 in Amberg geborene Rudolph Bauer hat seinerzeit u.a. maßgeblich am Aufbau des sozialpadagogischen Studiengangs an der Universität Bremen mitgewirkt. Zur Zeit ist er mit mehreren Kunst-Ausstellungen in Berlin und Bremen präsent.

 

Der expressionistische Maler und Dichter Otto Nebel (1892–1973) veröffentlichte 1926 die Schrift »Die Rüste-Wüste«. Darauf geht der Titel einer Ausstellung zurück, die noch bis Ende Januar unter dem Motto „Morde sind wieder in Mode“ im Berliner Antikriegsmuseum zu sehen ist.

In der NRhZ (Neue Rheinische Zeitung) findet sich eine Besprechung der Ausstellung http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23360&css=print

Vita und Werdegang des Künstlers finden Sie unter https://de.wikipedia.org /wiki/Rudolph_Bauerund unter http://www.rudolph-bauer.de/

Weitere Ausstellungen von Rudolph Bauer in Bremen siehe Terminkalender

„Offene Wunde“ der Bremer Ärzteschaft

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Laye-Alama Condé starb 2005 nach einem Brechmitteleinsatz

Obwohl einige sagen „das ist doch schon so lange her“ oder „es gibt doch andere Themen“, diskutiert unsere Gruppe im Vorfeld des Nürnberger Kongresses „Medizin und Gewissen“ www.medizinundgewissen.de  über die Verstrickung von Ärzten und ärztlichen Institutionen in das System der „Brechmittelfolter“.

Dies vor dem Hintergrund eines von der Ärztekammer abgebrochenen Briefwechsels, in dem wir u.a. eine sachgerechte Aufarbeitung der Vorgänge einforden, bei denen über 13 Jahre hinweg in über 1000 Fällen  das Zwangserbrechen ausschließlich bei Schwarzen praktiziert wurde.  2006 hat der Straßburger Menschenrechtsgerichtshof das Zwangserbrechen mit Ipecacuanha als „folterähnliche Maßnahme“ charakterisiert, die unter das Folterverbot fällt. Bürgermeister, Polizei und Innensenator haben bereits vor Jahren ihr Bedauern über die Vorfälle geäußert, sich bei der Familie des Getöteten entschuldigt und eine Broschüre mit selbstkritischem Inhalt veröffentlicht. pdf ansehen

In dieser Schrift, aber auch auf Veranstaltungen  und Verlautbarungen einer örtlichen Bürgerinitiative, die sich für ein Mahnmal im öffentlichen Raum einsetzt  https://initiativelayeconde.noblogs.org/ müssen wir uns Schmähungen und Schuldzuweisungen an die Ärzteschaft anhören. Es wäre schön, wenn von der Ärztekammer endlich ebenfalls Signale eines offenen Umgangs mit dem Thema kämen.  weiter lesen

Auf der Webseite der Piratenpartei Hamburg findet sich ein Video, das die Praxis der Brechmittelvergabe szenisch darstellt piraten-hh.de/2014/in-erinnerung-an-achidi-john

Hiroshima-Gedenken und unser Rezept gegen die Bombe

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Ein aus Blumen gelegtes Friedensemblem zierte heute den Bremer Marktplatz. Zum Gedenken an Hiroshima hatten sich 150-200 Menschen eingefunden. Mit dabei unsere IPPNW-Gruppe mit Redebeiträgen, Transparenten und einem Therapievorschlag: ATOMWAFFEN VERBIETEN

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Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Kreistanz, der dabei half die vielen ernüchternden und bedrückenden Fakten zu verarbeiten.

Büchel: Sirtaki gegen die Bombe

Mehr als 70 Kollegen aus ganz Deutschland haben in der Aktionswoche der IPPNW vom 25.6.-3.7. in vielfältigen Aktionen in Büchel in der Eifel gegen die von dort ausgehende Bedrohung durch modernisierte Atombomben protestiert.

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Bei der Abschlussblockade, die mit einem „Eat-in“ auf dem Kreisel vor dem Kasernentor endete, haben wir uns mit einer fröhlichen Tanzeinlage Mut gemacht für den Kampf gegen ein Leben ohne atomare Bedrohung.

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Die Kampagne 20-Wochen-Aktions-Präsenz „Büchel ist überall – atomwaffenfrei jetzt!“ wird noch bis zum Hiroshima-Tag am 6.8. fortgesetzt. www.atomwaffenfrei.de/buechel

 

Kirschblütenschnee in Fukushima

Am 10.6. gab es in der Kulturambulanz eine beeindruckende Lesung aus dem gleichnamigen Gedichtband von Klaus-Dieter Brunotte:

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der lange tiefe schlaf
des verstrahlten drachen
durch dessen acht beine zuweilen
immer noch ein traum zuckt
der dann plötzlich
im halbschlaf seine einst
scharfen krallen ausfährt
mit verminderter kraft
ein wenig feuer speit
und allen noch einmal
ganz deutlich zeigt
wozu er in fukushima
und in diesem land
noch fähig ist

Weitere Angaben zum Werk und zum Autor finden Sie unter ‚Informationen‘.

                                                                                                          

Büchel atomwaffenfrei!

Entgegen einem überparteilichen Beschluss des Bundestages vom 26.3.2010 lagern weiterhin 20 Atomsprengköpfe auf dem Luftwaffenstützpunt Büchel in der Eifel und werden sogar modernisiert.

Mit Protestaktionen und gewaltfreien Blockaden protestieren 2015 viele Menschen gegen die den Atombomben auf deutschem Boden ausgehende Atomkriegsgefahr (die Atomkriegsuhr steht mittlerweile wieder auf 3 Minuten vor 12!) Auch Ärzte aus Bremen sind beteiligt.

 

In einem Interview der Norddeutschen machen Kollegen aus Bremen- Nord die Gründe für ihren Protest öffentlich:

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Jodtabletten-Aktion auf der Mitgliederversammlung in Mönchen-Gladbach

 

Auf der Mitgliederversammlung im Mai bildet die akute Gefahr eines Unfalls in den nahen belgischen Atomkraftwerken Thiange und Doel einen Schwerpunkt der Diskussionen. In Aachen haben die Kollegen der dortigen IPPNW-Gruppe erreicht, dass die Stadt Jodtabletten für den Ernstfall ausgibt und mit anderen Akteuren eine Verbandsklage gegen den Weiterbetrieb der Anlagen eingereicht hat.

Wenn auch hochdosierte Jod lediglich einen relativen Schutz gegen den strahlungsinduzierten Schilddrüsenkrebs bietet, so ist noch nicht einmal dieses in allen gefährdeten Regionen für die Bevölkerung erhältlich. Um auf diesen Skandal hinzuweisen, wurden in einer Bauchladen-Aktion familiengerechte Päckchen mit Jodtabletten präsentiert, die bei Kollegen und Öffentlichkeit auf großes Interesse stießen.

Auch Bremen liegt bei vorherrschender Südwest-Strömung in der Abwindzone der belgischen Atomkraftwerke. Bei der schwierigen Verfügbarkeit des Präparates sollte sich jeder überlegen, ob´er für den Fall einer radioaktiven Wolke bereits jetzt für den Eigenbedarf, Familie, Freunde und Bekannte eine gewisse Menge einlagert. Dabei richten Sie sich bitte nach dem von der Ulmer Gruppe erarbeiteten Merkblatt: IPPNW-Empfehlung-Jodblockade-Stand-12.06.16